Hallo, mein Name ist Bernard Jr. und heute muss ich Euch leider schlechte Neuigkeiten erzählen …
Gehofft, gekämpft und doch verloren
Ja, nun ist es geschehen: ich musste leider meinen Kampf gegen die Krankheit aufgeben, musste Frauchen und Herrchen alleine lassen. Nun muss mein Papa Jerry alleine auf beide aufpassen – doch ich ich weiß, sie sind in guten Händen.
Nicht nur ich bin sehr traurig. Auch Herrchen, Frauchen und Jerry hatten um mich geweint. Ich weiß, es war besser so – es musste so sein. Doch so gerne wäre ich nochmal im Sommer nach Dänemark gefahren, hätte so gerne am Strand mit meiner geliebten Frisbee gespielt, wäre baden gegangen mit Herrchen.
In der letzten Woche sah es auch noch so gut aus. Wir hatten eine Möglichkeit gefunden, wie ich gut Wasser trinken konnte ohne zu erbrechen. Doch dann kam eine plötzliche Wendung: Selbst dieser Trick hat nicht mehr funktioniert, alles kam wieder raus. Schwach war ich ohne hin schon, konnte mich nur schwer auf den Beinen halten. So hatten dann am Dienstag Frauchen und Herrchen die wohl schwerste Entscheidung ihres Lebens zu treffen und riefen meine Ärztin an …
Mein letzter Tag
Der liebe Gott wollte mir meinen Abschied von dieser Welt versüßen: es war ein herrlicher Tag, dieser 8. Mai 2024. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten. Herrchen und Frauchen hatten den ganzen Vormittag Zeit für mich (und das, obwohl Herrchen von der Frühschicht kam und eigentlich hätte schlafen sollen). Ich lag in der Sonne, im Gras und hatte alles bekommen, was ich wollte: ein bisschen Sahne, Leckerlies, Trinken …
Und obwohl ich schon so schwach war, ließ ich es mir nicht nehmen und lief Gassi. Es war schon Mittag und ich spürte, wie eine Anspannung bei Frauchen und Herrchen aufkam. Das Handy klingelte, die Tierärztin rief an …
Eine halbe Stunde später war sie da. Jerry und ich bellten sie an, wollten sie verjagen. Doch sie kniete sich zu uns runter, ließ sich beschnuppern und uns wissen, das alles gut werden würde. Ich wurde ruhiger, denn auch mein Herrchen war ruhig. Wie immer, hatte ich vollstes Vertrauen zu ihm und machte alles, was er mir sagte – es sollte alles gut werden.
So ließ ich die Ärztin ohne zu murren die Kanüle an meinem Bein anlegen. Danach gingen Herrchen und ich auf den Rasen, setzten uns hin, genau an der Stelle, wo ich vier Jahre zuvor meine Hochzeit gefeiert habe. Frauchen und Jerry kamen auch dazu – und die Ärztin.
Sie setzte ein Spritze an die Kanüle, drückte langsam den Kolben hinab. Alles sollte gut werden.
Ganz plötzlich wurde ich müde und wie von Zauberhand verschwanden meine Schmerzen. Ich wollte einfach nur noch schlafen. Legte behutsam meinen Kopf ins Herrchens Arm und schloss die Augen … Alles wurde auf einmal so leicht … Ich ging auf meine letzte Reise und hatte gar nicht mehr mitbekommen, wie Frauchen, Herrchen und Jerry nur noch meinetwegen weinten. Ich war einfach schon viel zu weit weg …

Ich bin so traurig, dass ich gehen musste …
Ich wäre so gerne noch geblieben, wäre wieder mit nach Dänemark gefahren. Mein Geist ist bis zum Schluss stark geblieben. Er war einfach nur in einem schwachen Körper gefangen. Von diesem Ballast nun befreit, bin ich voraus gereist und warte auf Euch: auf Jerry, Frauchen und mein Herrchen. Ich sitze schon da, am Strand, schaue aufs Meer. Am Leuchtturm, dort wo wir immer am liebsten waren.
Seid nicht traurig. Ich bin mir sicher, irgendwann sehen wir uns wieder, in einer besseren Welt.

Mein letzter Blogbeitrag
So, das war es für mich. Das war mein letzter Beitrag. Ich vermisse Euch schon jetzt. Ihr dürft aber diese Seite gerne wieder besuchen, denn ich denke, das Jerry mit Frauchen und Herrchen noch einige wunderbare Jahre auf Eurer Seite der Welt verbringen und berichten werden …
Ich liebe Euch alle und werde Euch nie vergessen.
Euer Bernard Jr. („Bernie“ oder auch „Rübe“) Color of Springs